Lesenswert: Mediale Überforderung, Der Mensch wird neu formatiert
Google is making us smart, wenn wir nur darauf achten, dass wir erst seit Google anfangen, uns über die Intelligenz von Netzwerkeffekten Gedanken zu machen, und auch erst seit Google darüber nachdenken, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Welt weniger der Normalverteilung von Gauß als vielmehr den Potenzgesetzen von Zipf folgen. Wir wissen, dass wir die long tails einer Google-Recherche ausblenden, wenn wir nur auf die ersten hits schauen, und dass das, was wir da ausblenden, manch eine interessante Nische und durchaus auch Überraschungen enthalten kann.
Den ganzen Artikel dazu gibt’s hier.
Aua. Nach interaktiven Produktberatern (Stichwort: Avatar), Second Life und Web 2.0 wird nun die dolle Sau “Social Commerce” durchs Dorf getrieben. Alle Marketeers (und die Geschäftsführung) spielen verrückt und wollen nun auch hier mitmachen. Aber hallo: das ist doch nichts Neues. Braucht’s da unbedingt ein Buzzword für die Branche? Ts. Die wirklich findigen Jungs und Mädchen missbrauchen das Ding schon seit Jahren für kommerzielle Zwecke. Evtl. sind dadurch die Weichen eh schon verstellt …
Nachtrag 14.12.2009:
… natürlich täte ich gerne meine Abneigung gegen diese neuen Themen nicht unbegründet stehen lassen. Aber a) stumpfen Jahre lange Beratertätigkeiten bzw. die beratungsresistenz einiger Kunden ab. Und b) Macht das Julian hier viel besser.
Nachtrag 01.03.2010:
… unglaublich welche Lobbyarbeit Facebook und Co auf WuV und Co betreiben.
Nachtrag 03.03.2010:
… ich gebe Mediadonis recht. Er hatte auf der SES Berlin in einem Panel verlauten lassen, dass wir (Deutschen) Social Media evtl. gar nicht richtig nutzen. Asien und Amiland sind uns hier wohl sehr viel weiter voraus. Ob ich aber deswegen schon jetzt lieber meine Facebook-URL meiner echten Domain beveorzugen würde, glaube ich nicht. Hier schließe ich mich dieser Meinung an.
In der aktuellen Internet World Business findet sich auf Seite 2 unter der Überschrift “Im Visier: Googles Macht” ein belustigender Artikel, wie ich finde. Unter dem Vorwand “kartellrechtlicher Bedenken” möchte man die Stellung Googles überprüfen lassen.
Als eigentliche Ursache dieses Angriffs sehe ich eher die schwindenden Werbeeinnahmen aus ineffektiver und kaum messbarer Anzeigen Werbung – on- und offline. Da springen freilich Werbetreibende zu Zeiten der Wirtschaftskrise zu sinnvolleren Werbemaßnahmen, wie Google sie bietet, ab. Fallende TKPs und Anzeigenpreise sind die Konsequenz und gehen natürlich zu Lasten der Verlage.
Dabei hätte an sich einfach rechtzeitig an Google ein Beispiel nehmen können und sich innovativere Werbeformate und Abrechnungsmodelle überlegen sollen, anstatt sich im hochpreisigen TKP-Bad zu entspannen. Die guten Zeiten sind vorbei, liebe Verlage. Statt Ressourcen im Kampf mit Google zu verschwenden, sollte man an die eigene Entwicklung & Zukunft denken.
Übrigens bin ich der Letzte, der sich nicht über einen gleichwertigen Wettbewerber zu Google freuen würde.